65. Hauptversammlung FC Steinach

Vorstand des FC Steinach legt der Hauptversammlung ein neues Ausbauprojekt vor

Die 65. Hauptversammlung des Fussballclubs Steinach hat Weichen für die Zukunft gestellt. So präsentierte der Vereinsvorstand am Freitag, 27. Februar, der Fussballfamilie im Gemeindesaal ein redimensioniertes Garderobenerweiterungsprojekt. Von den Mitgliedern erfuhr das Vorhaben einstimmigen Zuspruch.

Traditionell am letzten Freitag im Februar führt der Fussballclub Steinach seine Hauptversammlung durch. Zur 65. ordentlichen Zusammenkunft konnte Präsident Wolfgang Steiger im Gemeindesaal über 100 Personen willkommen heissen, davon 101 stimmberechtigte Mitglieder des FC Steinach. Daneben durfte er eine Delegation der Gemeinde begrüssen: den Präsidenten Michael Aebisegger sowie die für den Sportplatz Bleiche zuständige Gemeinderätin Janine Eberle.

Appell an die Gemeinde
Vereinspräsident Steiger kam in seinem Jahresbericht zunächst auf die wachsenden administrativen Herausforderungen zu sprechen. «Die Anforderungen steigen schneller als die Unterstützung.» Als konkretes Beispiel nannte er das Schiedsrichterwesen. Die Probleme auf diesem Gebiet delegiere der Ostschweizer Fussballverband (OFV) einfach an die Clubs. Gerade hat der FC Steinach massiv mit der Rekrutierung neuer Referees zu kämpfen.
Zum Schluss seiner Ausführungen strich Steiger die gesellschaftliche Bedeutung des grössten Dorfvereins von Steinach heraus. Das Sponsoring sei der beste Beweis für das hohe Ansehen des FC in der Region. Seit 2018 hätten die Sponsoringeinnahmen um 22 Prozent gesteigert werden können. Gerade wegen dieser breiten Abstützung in der Bevölkerung erwarte er auch von der Politik mehr Wertschätzung, sagte das Cluboberhaupt. Ein unmissverständlicher Fingerzeig, hatte doch an der letztjährigen Hauptversammlung Aebisegger erklärt, dass die Gemeinde für den Garderobenerweiterungsbau mit vier neuen Kabinen sowie einer Schiedsrichtergarderobe nicht das für die Realisierung geforderte Geld sprechen könne. Abermals erinnerte Steiger in diesem Jahr daran, dass ohne neue Garderobenkapazitäten weiterhin keine Mädchenteams gebildet werden könnten und ein Aufnahmestopp im Juniorenbereich unumgänglich wäre.

Zeichnungsroboter und Vorstandsmutation
Nachdem die Jahresberichte mit kräftigem Applaus genehmigt worden waren, stellte Kassierin Daniela Würth die Jahresrechnung vor. Diese schloss mit einem Verlust von 6014.70 Franken. Als Gründe hat Würth die Mindererträge in den Positionen Mitgliederbeiträge und Clublokal angegeben. Es habe im vergangenen Jahr schlicht weniger Spiele gegeben auf dem Sportplatz Bleiche. Die Revisionsstelle hatte in der Jahresrechnung nichts zu beanstanden, worauf die Mitglieder einstimmig Entlastung erteilten. Gleiches galt für die Genehmigung des Revisorenberichts.

Spezielle Erwähnung in den Erklärungen zum Budget 2026 verdiente die Beschaffung eines Zeichnungsroboters. Man könne davon ausgehen, in Zukunft Farbe zu sparen, ergänzte Präsident Steiger. Bereits in seinem Jahresbericht hatte er ausserdem darüber informiert, dass der Kunstrasen wegen eines Materialfehlers ausgewechselt werden müsse. Zusätzlichen Aufwand verursachen wird im neuen Vereinsjahr ferner die Neugestaltung der Homepage. Nach einzelnen Nachfragen aus dem Plenum wurde das Budget 2026 ohne Gegenstimme gutgeheissen.
Weil Ramona Breitenmoser ihren Rücktritt als Frau Juniorenobmann für die Stufen G bis D eingereicht hatte, entstand im Vorstand eine Vakanz. Dieser schlug der Versammlung Pascal Moser zur Wahl vor. Einstimmig folgten die Mitglieder der Empfehlung. Moser, seit 2015 in Steinach sesshaft, übernimmt damit neu die Funktion des Juniorenobmanns der Stufen G bis D, welche Breitenmoser zuvor seit 2018 zuverlässig ausgeübt hatte. Der Rest des Vorstands, aber auch die Revisoren wurden diskussionslos wiedergewählt.

Aus vier mach zwei
Am 15. September 2017 seien die Statuten des FC Steinach letztmals überarbeitet worden, führte der Präsident in das nächste Traktandum ein. Der Vorstand habe die Artikel geprüft und einige Anpassungen vorgenommen. Die Statutenänderung wurde an der Hauptversammlung oppositionslos gebilligt.

Mit Ausnahme der Ehrungen – Ehrenmitglieder wurden diesmal keine ernannt – drehte sich zu fortgeschrittener Stunde noch einmal alles um das Garderobenprojekt. Der Vorstand war nach den negativen Signalen seitens der Gemeinde zum Ausbauvorhaben mit vier Garderoben sowie einer Schiedsrichterkabine gezwungen, das Projekt zu redimensionieren. Der neu ausgearbeitete Entwurf sieht nun zwei anstatt vier neue Garderoben vor. Dazu kommt wie im alten Projekt eine Schiedsrichterkabine. Kostenpunkt: insgesamt 500’000 Franken. Das neue Vorhaben sieht keinen Anbau mehr vor, das Garderobengebäude soll stattdessen als Modulbau auf dem Veloparkplatz neben der Bleichestrasse zu stehen kommen. Der Fussballclub könnte nach Rücksprache mit den Revisoren Eigenmittel im Umfang von 100’000 Franken beisteuern. Von der IG Sport dürften rund 120’000 Franken zu erwarten sein. Als realistisch schätzt es der Vorstand ausserdem ein, durch Sponsorengelder (80’000) und Darlehen durch Dritte (100’000) 180’000 Franken zusammenzubringen. Was nach diesen Berechnungen für die Umsetzung der Garderobenerweiterung noch fehlte, wäre eine Summe von 100’000 Franken. Auf diesen Betrag hofft FC von der Gemeinde.

Den Steilpass nahm Steinachs Präsident Michael Aebisegger auf, nachdem die Clubmitglieder die Ausbaupläne des Vorstands vorbehaltlos bestätigt hatten. Er sei froh, nicht mehr die Emotionen vom letzten Jahr aufleben lassen zu müssen, sagte er. Für dieses beschnittene Projekt sieht er gute Chancen, wie er die Fussballfamilie wissen liess. «Es muss kostenneutral sein», machte er klar. Diesen Herbst wird in Steinach eine ausserordentliche Gemeindeversammlung abgehalten. Aebisegger hat sich überzeugt gezeigt, dann der Bürgerschaft ein gutes Projekt vorstellen zu können. Sollte die Steinacher Bevölkerung ihrem grössten Verein die 100’000 Franken für die Erweiterung der Garderobenkapazitäten zugestehen, würde gleich im Anschluss der Start des Umbaus erfolgen. Denn eines hat FC-Präsident Wolfgang Steiger immer wieder verdeutlicht: Jetzt ist keine Zeit mehr zu verlieren.